27. November 2016
Für die Toten des Ersten Weltkrieges ist in Hohenhausen kein eigenen Denkmal errichtet worden. 1928 sind an das Kriegerdenkmal für die Toten der Kriege von 1866 und 1870/71 zwei Namenstafeln angebracht worden, die die Namen von 61 Männern aus Hohenhausen trugen, die im Ersten Weltkrieggestorben sind. 
(Quelle: Süvern, Wilhelm, Das Kirchspiel Hohenhausen, Lemgo 1965, S.245f.)

Das Ende des 2. Weltkrieges in Hohenhausen

Der zweite Weltkrieg

Als der zweite Weltkrieg begann, da ging ein stummes Erschrecken durch unser Volk. Es war ihm wieder und wieder gesagt worden, daß Hitler nur den Frieden wolle, und es war ihm die Floskel eingehämmert worden: „Der Führer hat immer recht!“ Das durch fortgesetzte geschickte Propaganda gelenkte Volk dachte damals etwa folgendermaßen: Bis jetzt hatte immer alles nach Hitlers Willen geklappt. Er hatte 1935 das Saargebiet heimgeholt, hatte 1936 Deutschlands Militärhoheit wiederhergestellt, indem er unsere Truppen ins entmilitarisierte Rheinland [...]

21. November 2016
Die Silbermühle in Leopoldstal. Ludwig Menke 1875

Horn-Bad Meinberg – Zick-Zack-Fahrt durch Lippe“ (1954 – 1958)

Jeden Samstag, als Wochenend-Lektüre zum nostalgischen Schmunzeln, veröffentlichte August Meier-Böke seine bebilderten Dorfbeschreibungen, in insgesamt 204 Folgen ohne Unterbrechung. Am 24. April 1954 begann er die Serie mit dem „längsten Dorf in Lippe“: Augustdorf. Und als die Artikelfolge am 22. März 1958 mit Meier-Bökes Heimatdorf Langenholzhausen zuendeging, erlebte ihr Autor selbst dies nicht mehr mit: Er starb am 31. Oktober 1956, hatte jedoch zuvor die Manuskripte für alle Dörfer fertiggestellt. Horn – Stadt der Ackerbürger Holzhausen – halb Dorf, halb Gästesiedlung Schmedissen – [...]
23. August 2016
Detmold/Hiddesen – Donoper Teich. Um 1960 .SW-Fotografie als Ansichtskarte. Stadtarchiv Detmold Bildarchiv Nr. 3554

Vom Kohlpott bis Lopshorn

Maimorgen mit Buchfinkengeschmetter und Lerchengetriller. Eine erquickende Brise hat sich erhoben, schaukelt sanft die frischgrünen Buchenwipfel und macht, daß das zahllose Heer der Roggenhälmchen eine aufgeregte Unterhaltung beginnt.

Jetzt aber, da ich, von Norden kommend, ins Werretal zum Dorf und Bahnhof Nienhagen hinabschreite, verlassen mich Buchenwipfel und Roggenhalme. Unvermittel bin ich vom Lehm- auf den Sandboden geraten. Eine neue Vegetation umgibt mich: Fichten und Kiefern und zwischen dem dunklen Grün leuchtete bisweilen ein Birkenstämmchen auf.

Da ist der „Kohlpott“, wo nach den bemerkenswerten [...]

25. Juli 2016
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Aus Veldroms vergangenen Tagen

Das unmittelbar an der ehemaligen Landesgrenze gelegene zweigeteilte Dorf Veldrom gehörte immer mit 377 ha und etwa 300 Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden Lippes. Die Entwicklung stagniert seit sehr langer Zeit. Sein Name wurde 1160 als Druc, 1259 als Trucheim, 1530 als Veldtodrome, 1630 als Veldrohm erwähnt.
15. März 2016
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Die Detmolder Kriegstage 1945

Tagebuchnotizen von Bernhard Ebert1Dr.Bernhard Ebert, * 2.3.1882 in Bremen, + 8.2.1958 in Detmold, lebte seit 1893 in Detmold und war bis zu seiner Pensionierung als Richter tätig, zuletzt als Oberamtsrichter am Amtsgericht. Er bewohnte 1945 das Haus Allee Nr.5. Die handschriftlichen Tagebuchnotizen sind in einem 16seitigen DIN A 5-Heft niedergeschrieben; sie befinden sich im Besitz seiner Tochter, Frau Hedwig Eisenhardt geb.Ebert, die das Manuskript zusammen mit den folgenden Erläuterungen freundlicherweise für die Veröffentlichung zur Verfügung stellte. bearbeitet von Hermann Niebuhr“‚

Nachdem die [...]

26. Dezember 2015
Illustration aus dem Heidelberger Sachsenspiegel, Landrecht fol. 26 verso: Dorfgründung von wilder Wurzel. Anfang des 14. Jahrhunderts

Das Hagenrecht der lippischen Ostmark

Herr Archivdirektor Professor Dr. Philippi veröffentlicht gemeinsam mit Herrn Dr. Grotefend in der diesjährigen Zeitschrift unseres Vereins für Geschichte und Altertumsfunde Westfalens daß einer Corveyschen Handschrift entnommene Hagenrecht von Wichenhofen.
22. Dezember 2015
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Aus den Jugenderinnerungen alter Lipper

Die schönen alten Volkslieder

„Maikäfer flieg!“ sangen wir, als wir die Braker Kinderschule im alten schönen Fachwerkhause an der Wiembeckerstraße besuchten und, zu zweien an die Hand gefaßt, mit der „Kindertante“ Koch den ersten Ausflug zum Graswege hinauf unternahmen. Auch in den Familien wurde viel gesungen. In der Grünebohnenzeit kamen Nachbarn, Verwandte und Bekannte zum Bohneneinmachen zusammen. Waschkörbe, Mollen und Wannen voll waren abzuziehen, zu schnippeln oder zu brechen und dann in großen Steintöpfen einzukneten, denn Weckgläser kannte man damals nicht. Da [...]

19. Dezember 2015
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Von Hexen und Zauberern

Wehe dem, der in den Ruf kam, eine Hexe oder ein Zauberer zu sein! Schreckliche Qualen und einen grausamen Tod konnte ein solches Gerücht zur Folge haben. Mehrere hundert unschuldige Menschen sind in unserm kleinen Lande dem Hexenwahn zum Opfer gefallen. Auch im lippischen Norden, in Lüdenhausen, Kalldorf, Langenholzhausen, Varenholz, Erder, Stemmen, Almena, Henstorf, Göstrup und Talle, hat man Frauen zu Hexen oder Zauberschen, Männer zu Hexenmeistern gemacht.
14. Dezember 2015
Alverdissen, Elias van Lennep (Kupferstich um 1663) [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Ottenkrug

Die meisten denkwürdigen Bauten unserer Heimat haben einen großen Teil ihrer Romantik eingebüßt. Eine nüchtern denkende Gegenwart sucht ihnen in oft recht prosaischer Weise irgendeinen Nutzungswert abzugewinnen, wobei die Umwandlung einer alten Burg zur Jugendherberge, einer Mühle zur Kaffeewirtschaft noch die glimpflichste Form moderner Sachlichkeit darstellt.
11. Dezember 2015
Landrat August Kirchof unternimmt eine Kutschfahrt mit seiner Familie um 1911.

Vom Familiengold

Unter meinen Ausweispapieren hatte ich lange Jahrzehnte eine Bescheinigung meiner Schule verwahrt. Darauf stand zu lesen, daß der „Vorzeiger dieses“ berechtigt sei, Goldstücke zu sammeln. Das ist wahr und wahrhaftig geschehen, und zwar kurz nach Beginn des ersten Weltkrieges.

Dieses gemünzte Gold ist nun freilich nicht gemeint, auch kein Goldschatz, welcher Art auch immer. Wenn Frau Roser-Kirchhof im folgenden vom Familiengold spricht, so meint sie damit das, was uns heute weithin verloren gegangen ist: den Schatz heiterer oder ernster Erlebnisse aus Verwandtschaft und Bekanntschaft. [...]

29. November 2015
Eine mittelalterliche Gerichtssitzung in der Lüneburger Heide.
Vorarbeit für ein Gemälde von vier mal sieben Meter für den Sitzungssaal des Landgerichtsgebäudes Lüneburg.- von Ferdinand Brütt

Als Vornholte (Varenholz) Lippisch wurde

»Tho -enne!«

Mit kräftigem Fluche schleuderte der Ritter Statius von Vornholte den steinernen Bierkrug gegen die Wand, daß die Scherben durch die Halle flogen und der Schaum an die Eichentäfelung der Decke spritzte. Noch einen verächtlichen Blick ließ der Ritter über die Männer gleiten, die aus den Bänken und unter dem Tische den schweren Rausch ausschliefen. Dann warf er sich stöhnend in den Sessel zurück, der dabei in allen Fugen knackte, und starrte noch eine Weile vor sich hin, bis auch [...]

26. November 2015
Kreuzsteinnest bei Bühren, Samtgemeinde Dransfeld, Landkreis Göttingen, Niedersachsen. 10 Kreuzsteine aus dem Hoch- und Spätmittelalter mit unterschiedlichen Kreuzformen und Techniken, 1955 als Gruppe zusammengestellt. By Jan Stubenitzky (Dehio) (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Kreuzsteine und Steinkreuze in Lippe

Er steht unweit der Schule in einer Gartenmauer, an dem Wege, der nach dem Schling hinanführt. Eine schlichte Sandsteinplatte, 1,3 m hoch, 0,8 breit und 0,2 dick. 1924/25 ist die Kurve vor der Schule verbreitert, der Stein mitsamt der Mauer versetzt. Dietrich Rosenstock hat ihn 1946, als er sich aus der Mauer gelöst, wiederaufgerichtet und mit Draht verklammert.
25. November 2015
Die Wehrener Brandruine, unter deren Trümmern sechs Männer erschlagen wurden.

Das Brandunglück in Wehren am 29. Juli 1911

Wohl zum ersten Mal ist über unser Lipperland ein Brandunglück von so grausiger Größe hereingebrochen, wie das, von dem die Ortschaft Wehren und mit ihr die Gemeinde Weinberg in der Nacht vom 26. auf den 27. Juli vergangenen Jahres betroffen wurde. Noch denken wir alle mit Jammer an das fürchterliche Ereignis, das überall in unserem Lande und über seine Grenzen hinaus Entsetzen erregte, viele Familien aber in times Herzeleid stürzte.

Wer von ihnen weiß nicht mehr, wie schwer es war, die [...]

18. September 2015
R. Kämmerer-Rohrig, Schwalenberg

Heimattage im Schwalenberger Lande

Im Jahre 1906 wurde gelegentlich der 650-Jahrfeier der Gründung der Stadt Schwalenberg das von Dr. Karl Lohmeier verfaßte Volksspiel „Schwalenberg“ im Rahmen eines großen Heimatfestes zum ersten Male aufgeführt. Es fand einen derart starken Beifall, daß die Schwalenberger sich entschlossen, diese Aufführungen in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. So wurde der von dem unvergeßlich gebliebenen Pastor Zeiß in Schwalenberg wachgerufene Heimatgedanke gepflegt und in den Heimatfesten der Jahre 1908, 1912, 1924, 1929, und 1934 immer wieder tatkräftig und wirkungsvoll gefördert. Dann [...]

9. September 2015
Göstrup

Eine urgeschichtliche Wallburg in Nordlippe

Der Buntenberg oberhalb Göstrup besitzt auf seinem Gipfel entlang den Kanten eine Anzahl Steinwälle. In bester Erhaltung liegen sie an der östlichen Seite. Während sonst die Wälle ziemlich platt und abgetragen sind, bollwerken hier noch breite Steinlager, die sich stellenweise zu Hügelungen zusammenhäufen.
2. September 2015
Distelbruch bei Detmold. Ansichtskarte

Der Wunderdoktor von Distelbruch

Es war im Jahre 1796. Der Schrecken der französischen Staatsumwälzung war in der Tagesunterhaltung gerade abgetan. Das philosophische Zeitalter Kants und anderes mehr über Fortschritte und Erkenntnisse einer eben begonnenen aufklärenden Epoche wurde heftig besprochen, da setzte im Lande der Rose nach unserem ach, so stillen, friedlichen Diestelbruch am Leistruper ...
31. August 2015
Burgruine Bernhards II. nahe Lipperode

Das Fürstlich Lippische Wappen

Die Edlen Herrn zur Lippe gehören einem uralten Herren­geschlechte an. Wir können sie unter diesem, ihrem Familien­ oder Geschlechtsnamen in Urkunden bis in den Anfang des 12. Jahrhunderts (1123) verfolgen, d. h. bis in eine Zeit, in der in Niedersachsen überhaupt erst der Familienname von den edlen Geschlechtern angenommen und erblich fortgeführt wurde.
22. August 2015
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Flachsverarbeitung in alter Zeit

Aus Großväter und Urgroßväter Zeiten schreibt ein alter Lipper aus dem Amte Brake, dessen Handschrift erkennen läßt, daß sie noch aus jener Zeit stammt, da man auf „Schönschreiben“ noch großen Wert legte, eine sehr anschauliche Schilderung des Flachsbaues in Lippe, der noch vor hundert Jahren in großer Blüte stand.
14. August 2015
Altes Pfarrhaus in Reelkirchen (Blomberg), Kreis Lippe, von Grugerio (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Der Überfall im Pfarrhause zu Reelkirchen in der Neujahrsnacht 1799/1800

Der letzte Abend des Jahres 1799 ging zur Neige. Gegen 9 Uhr ging der Pastor Heinrich Schönfeld, damals ein Mann von 37 Jahren, von seiner Arbeitsstube, die im oberen Stock des Hauses lag noch einmal hinunter in die Wohnstube, wo seine Mutter, eine 16jährige Verwandte, die Dienstmagd, der Knecht Heinrich und ein 15jähriger Junge beisammen waren und sich gerade anschickten, zu Bett zu gehen.
12. August 2015
Außenansicht der Tönskapelle, By User:1984isReality (Own work)

Alt-Oerlinglausen von der Sachsenhalle bis zum Bau der Kirche

Heute wissen wir dank der Grabungsergebnisse, daß das altsächsische Urlinchuson nicht oben am Berge, sondern im Talgrund, westlich der alten Kirche, an den Landerquellen lag. Die Scherbenfunde gehören dem 5. bis 10. Jahrhundert an, die Sachsensiedlung hat somit dort 500 Jahre bis zur Vollendung der Kirche bestanden.